Schimmel entfernen: Hausmittel im Überblick

Schimmel entfernen: Hausmittel im Überblick

Schimmel entfernen mit Hausmitteln: günstig, sofort umsetzbar, ohne Chemiekeule. Hier erfahren Sie, welche Mittel wirklich helfen, auf welchen Untergründen sie funktionieren und wann ein Fachbetrieb die bessere Wahl ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Schimmel entfernen mit Hausmitteln funktioniert nur bei oberflächlichem und nicht wachsendem Befall.
  • Bewährte Mittel: Essig, Zitronensäure, Wasserstoffperoxid, Isopropylalkohol, Chlor, Natron
  • Jedes Mittel wirkt auf bestimmten Untergründen.
  • Falscher Einsatz kann Oberflächen beschädigen.
  • Ohne Ursachenbekämpfung kommt Schimmel zurück.

Wann Hausmittel gegen Schimmel reichen und wann nicht

Hausmittel gegen Schimmel sind sinnvoll, wenn der Pilz oberflächlich sitzt und die Fläche kleiner als 0,5 m² ist. Wichtig ist auch, dass der Befall nicht aktiv wächst.

Liegt die Größe der Flächen bei über 0,5 m², sind Tapeten befallen oder sitzt er tief im Putz, ziehen Sie einen Fachbetrieb hinzu. Auch bei wiederkehrendem Schimmel trotz Behandlung sowie bei gesundheitlichen Beschwerden der Bewohner ist eine fachmännische Beseitigung wichtig.

Hausmittel gegen Schimmel nutzen: Schutz beachten

Beim Wischen werden Schimmelsporen unsichtbar aufgewirbelt. Deshalb gilt, wenn Sie mit Hausmitteln Schimmel entfernen möchten:

  • FFP2-Maske (sporendicht, kein einfacher Mundschutz)
  • Nitril- oder Gummihandschuhe
  • Langärmelige Kleidung oder Einwegoverall
  • Fenster im Behandlungsraum öffnen
  • Innentüren schließen

Waschen Sie nach dem Vorgang verwendete Tücher bei 60 °C oder entsorgen Sie diese. Reinigen Sie gründlich Ihre Hände. Auch das Stoßlüften von 20 Minuten für die aktive Luftzirkulation ist wichtig.

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Die wirksamsten Hausmittel gegen Schimmel

Sechs Mittel haben sich in der Praxis für die Schimmelbekämpfung bewährt. Von milden Säurelösungen bis zu starken Oxidationsmitteln ist alles dabei. Welches zu Ihrer Situation passt, hängt vom Untergrund und der Stärke des Befalls ab.

Essig gegen Schimmel

Weißer Haushaltsessig (5–10 % Säuregehalt) wirkt auf glatten Flächen pilzhemmend. Hierzu gehören unter anderem Fliesen, Silikon, gestrichene Wände und Kunststoff. Tragen Sie Essig unverdünnt auf und lassen ihn 60 Minuten einwirken. Danach wischen Sie die Flüssigkeit feucht ab. Nach 24 Stunden wiederholen Sie den Vorgang. Auch bei Silikonfugen funktioniert es, Schimmel mit Essig zu entfernen. Ist die Fuge schwarz durchgefärbt, muss sie herausgeschnitten und neu verfugt werden.

Nicht geeignet für: Kalkputz, Naturstein, Marmor

Zitronensäure gegen Schimmel

Zitronensäure gegen Schimmel hat einen ähnlichen Effekt wie Essig. Sie ist aber geruchsneutral. Geben Sie 2 TL Pulver auf 250 ml Wasser. Lassen Sie die Mischung 30 Minuten einwirken. Für Bäder und Fugen ist es ideal.

Nicht geeignet für: Kalkstein und Naturstein

Wasserstoffperoxid (3 %)

H₂O₂ aus der Apotheke oxidiert Schimmelsporen. Es wirkt etwas tiefer als Säuremittel. Wasserstoffperoxid wird unverdünnt aufgetragen. Die Einwirkzeit liegt bei 15 Minuten. Danach wischen Sie es trocken ab. Geeignet ist es für Putz, Fliesen und Fugen. Testen Sie es am besten an einer unauffälligen Stelle, da es eine bleichende Wirkung mit sich bringt.

Isopropylalkohol (70–80 %)

Dieses Hausmittel verdunstet rückstandslos und ist auf Glas, Kunststoff und lackierten Flächen anwendbar. Auf Holz können Sie es nur kurz einwirken lassen, da die Fasern aufquellen können.

Chlor gegen Schimmel

Als stärkstes Hausmittel gilt Chlor gegen Schimmel. Es tötet Sporen zuverlässig ab. Geeignet ist Chlor für Fliesen, Sanitärkeramik, Fugen und Kellerböden. Auf Holz, Metall und farbigen Flächen ist es nicht zu empfehlen.

Achtung: Mischen Sie Chlor niemals mit Essig oder Zitronensäure. Es entstehen giftige Chlorgase.

Natron

Natron eignet sich als Ergänzung. Es hat eine schwache, pilzhemmende Wirkung. Deswegen ist es nach der Behandlung zur Geruchsneutralisation und Oberflächenaustrocknung relevant. Als alleiniges Mittel gegen den aktiven Schimmelbefall reicht es jedoch nicht aus.

Spezielle Untergründe: Hausmittel gegen Schimmel für Holz und Putz

Holz ist porös, sodass Sporen schnell tief in die Fasern wandern. Schimmel vom Holz zu entfernen, funktioniert mit Hausmitteln nur bei frischem, oberflächlichem Befall. Geeignet sind hierfür Isopropylalkohol, verdünnte Zitronensäurelösung und Wasserstoffperoxid (3 %).

Wichtig: Bürsten Sie den Schimmel zuerst trocken ab (FFP2-Maske!). Danach lassen Sie das Mittel kurz einwirken. Zum Schluss wischen Sie es trocken ab. Ist der Schimmel bereits dunkel eingezogen, muss das Holz ausgetauscht werden.

Sichtbarer Schimmel auf Putz ist oft nur ein Teil des tatsächlichen Befalls. Hausmittel für Putz gegen Schimmel wirken nur an der Oberfläche. Erscheinen nach 4–6 Wochen neue Flecken, sitzt der Schimmel tiefer. In dem Fall ist professionelles Abtragen und Neuverputzen notwendig.

Risikogruppen: Wer auf die Schimmelentfernung mit Hausmitteln verzichten sollte

Schimmelsporen können die Atemwege belasten, weswegen Vorsicht geboten ist. Für gesunde Erwachsene bei kleinen Flächen und richtiger Schutzausrüstung stellt es meistens kein akutes Problem dar. Für die folgenden Gruppen gilt das nicht: Sie sollten die Arbeit abgeben oder direkt einen Fachbetrieb beauftragen.

  • Allergiker und Asthmatiker: Schimmelsporen können auch in geringen Mengen Asthmaanfälle auslösen.
  • Kinder bis 6 Jahre: Bei den Kleinen sind die Atemwege und das Immunsystem noch in der Entwicklung.
  • Schwangere: Es sind eine erhöhte Schleimhautempfindlichkeit und mögliche Auswirkungen auf die kindliche Lungenentwicklung denkbar.
  • Immungeschwächte Personen (Chemotherapie, Autoimmunerkrankungen): Bei stark immungeschwächten Personen empfehlen Mediziner, Schimmelbelastungen konsequent zu vermeiden.
  • Ältere Menschen: Atemwegsinfektionen verlaufen schwerer und die Regeneration dauert länger.
Wissensbox: Nicht jeder Schimmel ist gleich gefährlich   Beim Schimmel gibt es Unterschiede. Grüner oder weißer Schimmel (häufig Penicillium oder Cladosporium) gilt bei kleinen Flächen als weniger kritisch. Schwarzer Schimmel dagegen kann auf Stachybotrys chartarum hinweisen. Das ist eine Art, die bei längerem Kontakt Mykotoxine freisetzt und besonders für Risikogruppen gefährlich werden kann. Stachybotrys ist tiefschwarz, hat eine schleimige Oberfläche und tritt fast ausschließlich auf dauerhaft feuchten, cellulosehaltigen Materialien auf. Hierzu gehören Rigipsplatten, Tapeten oder Holzfaserplatten. Wer diesen Schimmeltyp vermutet, sollte auf Hausmittel verzichten und direkt einen Fachbetrieb mit Probenentnahme beauftragen.

Langfristig schimmelfrei: Die Ursache bekämpfen

Ab 65 % relativer Luftfeuchte haben Schimmelpilze ideale Bedingungen zum Wachstum. Möchten Sie dauerhaft schimmelfrei wohnen, beseitigen Sie die Feuchtigkeitsquelle.

Halten Sie die Luftfeuchtigkeit unter 60 %, lüften Sie drei bis fünfmal täglich stoßweise, statt dauerzukippen, und beseitigen Sie Kältebrücken. Führen Sie Feuchtigkeit, die beim Duschen oder Kochen entsteht, mit einer aktiven Luftzirkulation ab.

Verfügen Sie über schimmelanfällige Räume, brauchen Sie eine technische Lösung und Feuchtigkeitsmesser. Wandlüfter mit Feuchtesensor erkennen Feuchtigkeitsspitzen automatisch und laufen nach dem Duschen so lange, bis die Raumluft wieder trocken ist. Für Keller eignen sich mobile Produkte für die Kellerentfeuchtung.

Die richtigen Hausmittel sind der erste Schritt. Möchten Sie jedoch langfristig schimmelfrei wohnen, bekämpfen Sie zunächst die Ursache und nutzen in Kombination Hausmittel, um Schimmel zu entfernen.

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FAQ: Schimmel entfernen Hausmittel

Woran erkenne ich, ob der Schimmel tiefer sitzt?

Oberflächlicher Befall lässt sich vollständig abwischen und hinterlässt keinen dunklen Rückstand. Sitzt der Schimmel tiefer, bleibt nach der Behandlung eine graue oder schwarze Verfärbung im Material. Auch wenn die Stelle nach 4–6 Wochen wieder sichtbar wird, ist das ein klares Zeichen für tief eingewachsenen Befall.

Wie oft muss ich die Behandlung mit Hausmitteln gegen Schimmel wiederholen?

Bei frischem, oberflächlichem Befall reicht meist eine Behandlung mit einer Wiederholung nach 24 Stunden aus. Erscheinen nach zwei bis drei Wochen neue Flecken, ist das ein Zeichen, dass der Schimmel tiefer sitzt oder die Feuchtigkeitsquelle noch aktiv ist. In dem Fall hilft kein Hausmittel mehr.

Wie setze ich Essig gegen Schimmel richtig ein?

Tragen Sie Essig unverdünnt auf die befallene Stelle auf und lassen Sie ihn mindestens 60 Minuten einwirken. Essigsäure wirkt pilzhemmend und antibakteriell, greift aber kalziumhaltige Materialien wie Kalkputz oder Naturstein an. Prüfen Sie deshalb vorher, aus welchem Material die Oberfläche besteht.

Ist Chlor gegen Schimmel gefährlich?

Chlorreiniger sind bei richtiger Anwendung sicher. Mit anderen Reinigungsmitteln dürfen Sie Chlor aber nicht mischen. Die Kombination mit Essig oder Zitronensäure erzeugt giftige Chlorgase. Schutzhandschuhe und ausreichende Belüftung sind bei der Anwendung Pflicht.

Kann ich mehrere Hausmittel kombinieren, um Schimmel zu entfernen?

Chlor darf auf keinen Fall mit Essig oder Zitronensäure gemischt werden, da giftige Chlorgase entstehen. Sinnvoll ist dagegen die Kombination aus einem aktiven Mittel (z. B. Wasserstoffperoxid) und Natron, was danach zur Geruchsneutralisation und Austrocknung der Oberfläche genutzt wird.