Ein Tablet mit Smarthome-Automatisierungshologramm ist vor einer Person platziert. Die Person hat einen Bedienungsstift in der Hand.

Smarthome-Funktion: Was sie leistet & was Sie brauchen

Die Smarthome-Funktion verbindet ein oder mehrere Geräte mit Ihrem Heimnetz und macht sie per App, Zeitplan oder Sprachbefehl steuerbar. Für die Bedienung ist keine Fernbedienung notwendig. Auch wenn niemand im Raum ist, reagiert die gewünschte Funktion im Smarthome-System.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Prinzip: ein Gerät misst, das andere reagiert
  • Steuerung: per App, Zeitplan, Standort oder Sprache
  • Größter Nutzen: Heizung und Klimagerät laufen nur bei Bedarf
  • Einstieg: ein Zimmer, zwei Geräte, danach schrittweise erweitern
  • Voraussetzung: WLAN in jedem Raum
  • Kosten: je nach Raumzahl und Ausstattung
Ein Tablet mit Smarthome-Automatisierungshologramm ist vor einer Person platziert. Die Person hat einen Bedienungsstift in der Hand.

Was ist ein Smarthome und wann beginnt die Funktion?

Der Begriff Smarthome beschreibt eine Wohnung oder ein Haus, in dem Geräte nötige Daten automatisch austauschen und vorgegebene Abläufe eigenständig ausführen. Die Frage „Was ist ein Smarthome?” lässt sich mit der Zusammenarbeit der verschiedenen Geräte beantworten.

Drei Bausteine sind relevant:

  • Sensoren erfassen Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Helligkeit, CO₂ oder Bewegung.
  • Die Zentrale, also App, Hub oder Sprachlautsprecher, wertet diese Daten nach Ihren festgelegten Regeln aus.
  • Aktoren schalten den Strom an oder aus, öffnen Ventile oder verstellen Lamellen.

Beispiel:

Anhand eines Heizkörperthermostats mit Smarthome-Funktion lässt sich das Prinzip einfach erklären. Es misst die Raumtemperatur, vergleicht sie mit Ihren Einstellungen und dreht das Ventil je nach Einstellung auf. Sobald ein Fensterkontakt Lüften meldet, wird die Leistung gedrosselt.

Wie funktioniert die Smarthome-Technik und welche Funkstandards sind relevant?

Integrierte Geräte übertragen alle nötigen Daten per Funk. Dabei nutzen sie verschiedene Protokolle. Verwenden sie gleiche Protokolle, gibt es eine direkte Verbindung. Bei unterschiedlichen Protokollen ist eine Bridge nötig. Eine Bridge gilt als Übersetzungsgerät am Router.

Schadstoffe und ihre pflanzlichen Gegenspieler
Standard Typische Reichweite im Gebäude Wofür geeignet Besonderheit
WLAN (2,4 GHz) 10 bis 30 m Klimageräte, Steckdosen, Kameras funktioniert ohne Bridge, höherer Strombedarf
Zigbee 10 bis 20 m pro Sprung Sensoren, Thermostate, Lampen Mesh, jedes Netzgerät verstärkt das Signal
Thread 10 bis 20 m pro Sprung Sensoren, Aktoren, Matter-Geräte IP-basiert, Grundlage für Matter
Bluetooth LE 5 bis 15 m Einzelgeräte im selben Raum Steuerung meistens nur vor Ort
KNX (Kabel) gebäudeweit Neubau und Kernsanierung ISO/IEC 14543-3, herstellerübergreifend, Einbau durch Fachbetrieb

Matter verbindet die Ökosysteme

Bis 2022 war es meistens so, dass ein Gerät oft an einen Hersteller gebunden war. Seit Oktober 2022 existiert Matter, ein gemeinsamer Standard, der die verschiedenen Funkprotokolle unter einer Oberfläche zusammenführt. Apple, Google, Amazon und Samsung stehen als Mitglieder der Connectivity Standards Alliance dahinter.

Matter arbeitet lokal im eigenen Heimnetz. Die Steuerung funktioniert auch im Falle eines Internetausfalls. Ein Gerät lässt sich zudem parallel in mehrere Systeme einbinden. Die Version 1.6 vom Juni 2026 ergänzte die Anmeldung per NFC.

Was sind Smarthome-Geräte?

Die Frage, was Smarthome-Geräte sind, lässt sich einfach beantworten: Es sind alle Produkte mit Funkmodul, die Messwerte senden oder Befehle empfangen. Vom Sensor für 20 Euro bis zur Wärmepumpe fällt jedes vernetzte Gerät darunter.

  1. Raumklima: Thermostate, Klimageräte, Wärmepumpen, Luftreiniger, Be- und Entfeuchter
  2. Messtechnik: Hygrometer, CO₂-Ampeln, Feinstaubsensoren
  3. Licht: Leuchtmittel, Dimmer, Bewegungsmelder
  4. Sicherheit: Tür- und Fensterkontakte, Rauchwarnmelder, Kameras, Wassersensoren
  5. Energie: Messsteckdosen, Wallboxen, Wechselrichter
  6. Bedienung: Wandtaster, Displays, Sprachassistenten

Wissensbox: Der versteckte Standby-Verbrauch

Ein WLAN-Gerät zieht im Ruhezustand meist 1 bis 3 Watt. Bei 2 Watt und 20 Geräten summiert sich das auf rund 350 kWh im Jahr. Zigbee- und Thread-Geräte mit Batteriebetrieb liegen darunter, weil sie nur beim Senden Strom ziehen. Rechnen Sie diesen Posten in Ihre Planung ein, bevor Sie eine Smarthome-Funktion pro Steckdose installieren.

Grundausstattung: Was braucht man für Smarthome?

Zur Grundausstattung eines Smarthome-Systems reichen die folgenden vier Dinge aus:

  • Stabiles WLAN in jedem Raum
  • Herstellerkonto mit Zwei-Faktor-Anmeldung
  • Bridge oder ein Hub (sobald Zigbee- oder Thread-Geräte dazukommen)
  • Messgerät, um den Effekt jeder Automation nachzuprüfen

Verfügt ein Bestandsgerät über kein Funkmodul, binden Sie es über eine Messsteckdose ein. Diese Variante liefert die einfachste Smarthome-Funktion und zeigt Ihnen den Verbrauch an.

Was ist für welche Smarthome-Nutzergruppe sinnvoll?

Überall dort, wo wiederkehrende Aufgaben entstehen, ist die Technik sinnvoll. Der konkrete Nutzen verschiebt sich deshalb mit der Lebenssituation. Diese fünf Gruppen verdeutlichen es:

  • Allergiker: Sobald die Belastung im Raum steigt, erhöht ein Luftreiniger mit Partikelsensor die Lüfterstufe selbstständig. In der Pollensaison arbeitet er auch tagsüber bei geschlossenem Fenster.
  • Familien mit Kindern: CO₂-Sensoren zeigen per Farbanzeige, wann das Kinderzimmer gelüftet werden muss. Vernetzte Rauchwarnmelder senden den Alarm zusätzlich aufs Handy.
  • Senioren: Um das Sturzrisiko zu minimieren, aktivieren Präsenzmelder nachts eine gedimmte Flurbeleuchtung. Angehörige erhalten bei Bedarf eine Statusmeldung.
  • Berufstätige: Geofencing nutzt den Standort Ihres Handys und startet Heizung oder Kühlung auf Wunsch kurz vor der Ankunft.
  • Vermieter und Eigentümer: Kommt es zu Leckagen an Waschmaschinen und Spülen, melden Wassersensoren frühzeitig die Problematik und begrenzen den Schaden.

Wichtig zum Datenschutz: Kameras und Mikrofone verarbeiten personenbezogene Daten. Manche Hersteller speichern lokal auf einem Hub in der Wohnung. Andere Hersteller setzen auf die Cloud.

Was kostet Smarthome und welche Faktoren bestimmen den Preis?

Was ein Smarthome-System kostet, hängt von den folgenden vier Punkten ab.

  • Anzahl der Räume: Jeder Heizkörper braucht ein eigenes Thermostat und jedes Fenster einen eigenen Kontakt.
  • Funk oder Kabel: Funklösungen starten mit einem Bruchteil der Kosten eines KNX-Systems. Eine Kabelinstallation rechnet sich vor allem im Neubau, weil Wände und Leerrohre offen liegen.
  • Zentrale ja oder nein: WLAN-Geräte laufen ohne Zusatzhardware. Zigbee und Thread brauchen einmalig eine Bridge.
  • Eigenmontage oder Fachbetrieb: Thermostate und Sensoren montieren Sie selbst. Für Wärmepumpen, Splitklimageräte und KNX übernimmt ein Fachbetrieb die Arbeit.

Ein Argument abseits der Anschaffung: Das Gebäudeenergiegesetz fordert in vielen Fällen eine selbsttätige Temperaturregelung für jeden Raum. Smarte Thermostate erfüllen diese Vorgabe und liefern zusätzlich Verbrauchsdaten.

Eine Person hält die Steuerungseinheit in der Hand und checkt verschiedene Werte mit einer mobilen App.

Funktion von Smarthome bei Klimaanlage und Wärmepumpe

Klimatechnik und Heizungen benötigen die höchsten Strommengen, sodass die Vernetzung den größten Effekt bringt.

Klimageräte per App steuern

Split- und Monoblock-Geräte mit WLAN-Modul halten eine eingestellte Temperatur, arbeiten nach Wochenplan und schalten nachts in eine leisere Stufe. Der Tagesverbrauch erscheint bei vielen Modellen direkt in der App. Den Effekt lesen Sie bei jeder Einstellung ab.

Möchten Sie eine Klimaanlage kaufen, achten Sie dabei auf ein werkseitig eingebautes Funkmodul. Nachgerüstete Adapter erreichen oft nur einen Teil der Funktionen und melden keine Verbrauchsdaten zurück.

Ein Gerät für Sommer und Winter

Viele Klimageräte kühlen im Sommer und heizen im Winter. Dahinter steckt die Wärmepumpen-Funktion. Das Gerät kehrt seinen Kreislauf um und holt einfach Wärme von draußen ins Zimmer. Die Smarthome-Funktion analysiert die Außentemperatur und entscheidet, wann das Gerät zwischen beiden Betriebsarten wechselt.

Wärmepumpen für das ganze Haus

Eine Wärmepumpe mit SG-Ready-Schnittstelle nimmt Signale von außen an und kennt vier Betriebszustände. Praktisch heißt das: Die Anlage heizt bevorzugt dann, wenn Ihre Photovoltaikanlage viel liefert oder der Netzstrom günstig ist.

Seit 2024 regelt § 14a des Energiewirtschaftsgesetzes diesen Zugriff durch den Netzbetreiber. Im Gegenzug zahlen Sie geringere Netzentgelte. Eine Monoblock-Wärmepumpe vereint dabei die gesamte Technik in einem Außengerät. Nur der Wasseranschluss liegt im Haus. Das verkürzt die Montage und hält die Installation im Gebäude übersichtlich.

Klein anfangen, dann Smarthome-Funktion erweitern

Starten Sie mit einem Sensor und einem Aktor in einem Raum. Messen Sie zwei Wochen lang das Ergebnis. Erweitern Sie danach bei Bedarf das System um weitere Räume. Ihr System bleibt übersichtlich und jede Smarthome-Funktion belegt ihren Nutzen mit nachvollziehbaren Zahlen.

In unserem Sortiment finden Sie unter anderem Klimageräte, Monoblock-Wärmepumpen sowie Hygrometer und Geräte für die Entfeuchtung. Alle lassen sich per Smarthome-Funktion in Ihr Netzwerk einbinden.

FAQ: Smarthome-Funktion

Ja, denn Funklösungen arbeiten ohne Eingriff in die Bausubstanz. Die Bestandteile wie Heizkörperthermostate, Steckdosen und Sensoren tauschen Sie beim Umzug zurück. Für einen Kabelstandard wie KNX brauchen Sie die Zustimmung des Eigentümers.

Solange Strom fließt, führen Systeme mit lokalem Hub gespeicherte Automationen weiterhin aus. Cloudbasierte Systeme verlieren die App-Steuerung. Sie halten den letzten Schaltzustand aktiv. Nach einem Stromausfall starten einige Aktoren im Werkszustand. Deshalb lohnt ein Blick in die Gerätedokumentation.

Am günstigsten steigen Sie mit einem Starterset aus Bridge und zwei Geräten ein, etwa einer Lampe und einem Heizkörperthermostat. Solche Sets bewegen sich meistens im unteren zweistelligen bis niedrigen dreistelligen Bereich. Erweitern lässt sich das System bei Bedarf später, solange alle Teile denselben Standard besitzen.

Die raumweise Heizungsregelung wirkt am schnellsten, weil sie selten genutzte Zimmer gezielt absenkt. Ein Fensterkontakt verstärkt den Effekt, indem er das Ventil beim Lüften automatisch schließt. Messsteckdosen lohnen sich ebenfalls, weil sie dauerhafte Stromfresser sichtbar machen.

Sie brauchen einen Lautsprecher oder ein Display mit Sprachassistent sowie Geräte, die dessen Ökosystem unterstützen. Matter-zertifizierte Produkte arbeiten mit allen großen Assistenten zusammen. Ohne Mikrofon im Wohnraum lösen Sie dieselben Szenen über Wandtaster oder ein Widget auf dem Handy aus.